Das Projekt

Der überwiegende Teil der Familien in den indischen Bundesstaaten Kerala und Madhya Pradesh ist zur Deckung des Energiebedarfs im Haushalt auf den Brennstoff Holz angewiesen. Im Durchschnitt verbraucht jede Familie fünf Kilogramm pro Tag. In einer Gegend, in der das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen bei knapp 20 US$ liegt, können sich die meisten Familien keinen saubereren und nachhaltigeren Brennstoff leisten. Eine Folge davon ist, dass der Waldbestand in Indien seit Jahren kontinuierlich abnimmt.

Das zeitintensive Holzsammeln übernehmen in Indien traditionell die Frauen. Dadurch bleibt ihnen jedoch  kaum Gelegenheit für andere Tätigkeiten, wie das Abkochen von verunreinigtem Trinkwasser oder die Zubereitung von Mahlzeiten. Hinzu kommt: Durch die offenen Holzfeuer entsteht in den Haushalten gesundheitsschädlicher Rauch, der das Risiko von ernsten Atemwegs- oder Augenkrankheiten signifikant erhöht.

Das von First Climate in Zusammenarbeit mit der indischen Nicht-Regierungsorganisation INSEDA sowie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelte Projekt bietet einen nachhaltigen Lösungsansatz für die genannten Probleme – die Familien-Biogasanlagen.

Studie zur Monetarisierung des Zusatznutzens

Eine Studie des Imperial College London, im Auftrag der International Carbon Offset Alliance (ICROA), hat den monetären Nutzen der Co-Benefits dieses Projektes eingehend untersucht und berechnet. Das Ergebnis: für jede eingesparte Tonne CO2 ergibt sich durch das von First Climate entwickelte Projekt ein sozio-ökonomischer und ökologischer Zusatznutzen im
Gegenwert von 303 US-Dollar.

Nachhaltige Entwicklung – die Sustainable Development Goals

Neben der Reduktion von CO2-Emissionen erzeugen alle unsere Klimaschutzprojekte vielfältigen Zusatznutzen für Mensch und Umwelt. Damit ermöglichen unsere Projekte Ihr Engagement im Sinne der Sustainable Development Goals der UN. Im Falle des vorliegenden Projektes wurden die Co-Benefits durch die Studie des London Imperial College genau quantifiziert. Der Studie zufolge summiert sich der finanzielle Mehrwert, der durch die Co-Benefits des Projektes generiert wird, auf einen Gegenwert von über 8,6 Millionen US$ pro Jahr.

Durch die Unterstützung dieses Projektes tragen Sie zum Erreichen folgender SDGs bei:

Good health and well-being: Durch den Rauch der Holzfeuer steigt das Risiko von Augeninfektionen und Erkrankungen der Atemwege wie Asthma, Lungenentzündung Bronchitis oder Lungenemphysem. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder. Nach Angaben der WHO lassen sich weltweit 4,3 Millionen vorzeitiger Todesfälle pro Jahr auf die Gesundheitsbelastung durch Rauch im Haushalt zurückführen. Durch die Nutzung des sauberen Biogases werden die Morbiditäts- und Mortalitätsraten in der Region nachhaltig gesenkt.

 

Clean water and sanitation: Die verlässliche Versorgung mit Biogas erleichtert das Abkochen von Wasser für die Verwendung im Haushalt. Dadurch entfällt das sonst notwendige Holzsammeln, das – weil es umsständlich und zeitaufwändig ist – zu leichtfertigem Umgang mit  verunreinigtem Trinkwasser führen kann. Dadurch tragen die Biogassysteme auch dazu bei, die Ausbreitung wasserübertragbarer Krankheiten zu verhindern.

 

Affordable and clean energy: Das Projekt unterstützt Haushalte, deren durchschnittliches Monatseinkommen zwischen 10 und 20 US$ liegt. Die Verwendung alternativer Energieträger wie etwa Kerosin  würde 30-50% des verfügbaren Einkommens auffressen. Durch das Biogas können die Familien deshalb deutliche Einsparungen erzielen.

 

03-CO-Benefit-IconDecent work and economic growth: Das Projekt verbessert die wirtschaftliche Situation der örtlichen Dorfgemeinschaften durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Diese entstanden vor allem im Bereich der Errichtung der Anlagen sowie im Bereich technischer Service.

 

GesundheitLife on land: Das Projekt reduziert die Abhängigkeit von Brennholz als Energieträger. Dadurch wird der Verbrauch um jährlich bis zu 8.000 Tonnen reduziert. Dies wirkt sich positiv auf die Fauna und Flora aus, der Lebensraum für seltene Arten wird geschützt und die Bodenerosion vermindert.