Ein neuer Bericht der Unternehmensberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers untersucht, wie sich Unternehmen weltweit derzeit mit den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung auseinandersetzen. Für den „SDG Reporting Challenge“ betitelten Report analysierten die Autoren die Unternehmens- und Nachhaltigkeitsberichterstattung von 470 Unternehmen aus 17 Ländern. Dabei untersuchten sie unter anderem, auf welche SDGs Unternehmen sich in ihrem Reporting fokussieren. Ziel der Studie war es, über die quantitative Erfassung von Daten hinaus auch einen Bewertungsmaßstab für die Qualität der auf die Erreichung der SDGs bezogenen unternehmerischen Handlungsstrategien zu liefern.

Kurz zusammengefasst kommt der Report zu dem Schluss, dass es in diesem Bereich noch deutliches Potential für Verbesserungen gibt und sich viele Unternehmen noch nicht stringent genug für die Erreichung der Entwicklungsziele der Vereinten Nationen engagieren. Von den  470 untersuchten Unternehmen hatten so nur rund 37% einzelne SDGs definiert, deren Erreichung sie Priorität einräumen. 63% der untersuchten Unternehmen hingegen berichteten in ihrem Reporting, entweder nur ganz allgemein über die Entwicklungsziele oder erwähnten diese überhaupt nicht.

Verankerung der Ziele im Unternehmensumfeld

Wie die Auswertung zeigt, sind die im Rahmen des Berichtswesens am häufigsten thematisierten Entwicklungsziele die SDGs 13 (Climate action), 8 (Decent work and economic growth) sowie 12 (Responsible consumption and production). Die Autoren der „SDG Reporting Challenge“ gehen davon aus, dass diese für viele Unternehmen leicht erreichbare Ziele sind, da sie mit ohnehin etablierten Geschäftsstrategien ohne größeren Zusatzaufwand in Einklang gebracht werden können. Insbesondere in Bezug auf SDG 13, Climate action, hätten viele Unternehmen ohnehin bereits entsprechende Mess- und Reporting-Prozesse zur Erfassung ihrer Treibhausgasemissionen eingerichtet. Die Steigerung der Klimaeffizienz der Geschäftsprozesse werde daher von vielen Unternehmen ohnehin bereits als Ziel mit hoher Priorität angesehen, ohne dass dafür ein besonderes zusätzliches Engagement im Sinne der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele erforderlich wäre.

Großes wirtschaftliches Potenzial

Die Autoren der Studie sehen großes wirtschaftliches Potenzial, für den Fall, dass es gelingt, die Erreichung der SDGs als feste Zielgröße für unternehmerisches Handeln zu etablieren. Wie PwC berichtet, gaben im Rahmen einer Umfrage beispielsweise 74% der befragten potenziellen Kunden an, bevorzugt Waren und Dienstleistungen von Unternehmen nutzen zu wollen, die sich aktiv mit SDGs befassen. Unter Berufung auf einen Bericht der Business and Sustainable Development Commission stellen die Verfasser der „SDG Reporting Challenge“ fest, dass eine konzertierte Anstrengung zur Erreichung der SDGs bis 2030 jährlich einen wirtschaftlichen Gesamtnutzen in Höhe von 12 Billionen US-Dollar generieren könnte, der sich einerseits durch Einsparungen und vermiedenen Kosten, andererseits aber auch aus zusätzlichen zu erwartenden Umsätzen ergibt. Gleichzeitig könnten nach Einschätzung der Studienautoren dadurch weltweit bis zu 380 Millionen neue Jobs entstehen.

Lesen Sie die vollständige „SDG Reporting Challengehier >> (Version in englischer Sprache).

Für weitere Informationen zu den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und dazu, was Ihr Unternehmen tun kann, um sich aktiv für die Erreichung der SDGs zu engagieren, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Wir freuen uns über Ihre Fragen an CN-team@firstclimate.com